Es gebe zwar gemeinsame Begegnungen zwischen Vertretern der katholischen Kirche und der islamischen Gemeinschaft anlässlich der Gedenkfeiern. Aber es sei derzeit nahezu unmöglich, gemeinsame Aktivitäten unter Einbeziehung der orthodoxen Christen umzusetzen. Zwar erkenne die serbische Politik und auch die serbisch-orthodoxe Kirche das Massaker in Srebrenica als schweres Verbrechen an, leugne aber den Völkermord. „Solange diese Haltung vorherrscht, sind gemeinsame Initiativen kaum zu erwarten“, so Kustura.
Dennoch seien Vergebung und Versöhnung möglich, so der Sprecher des Erzbistums. Dass die einst verfeindeten Parteien heute in relativem Frieden lebten und miteinander redeten, seien wichtige Zeichen. „Wir dürfen jedoch die Notwendigkeit von Gerechtigkeit nicht außer Acht lassen, das heißt, dass jeder Einzelne für die Verbrechen, die er begangen hat, zur Rechenschaft gezogen werden muss.“
Tragödien wie das Kriegsverbrechen in Srebrenica könnten eine Lehre für die Zukunft sein, damit künftige Generationen die Fehler ihrer Vorfahren nicht wiederholten. „Srebrenica ist eine Mahnung dafür, wie viel Leid Menschen einander zufügen können, wenn sie von Hass erfüllt sind“, so Kustura weiter. „Aber die aktuelle Weltlage und die andauernden Kriege zeigen, dass aus den Fehlern der Vergangenheit nur wenig gelernt wird.“
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