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Nach Angriff auf katholische Pfarrei in Gaza:  „Diese Tragödie muss endlich aufhören“

Nach Angriff auf katholische Pfarrei in Gaza: „Diese Tragödie muss endlich aufhören“

KIRCHE IN NOT äußert sich zu dem jüngsten Vorfall

18.07.2025 aktuelles
Drei Tote und mindestens neun Verletzte meldet das Lateinische Patriarchat von Jerusalem nach dem gestrigen israelischen Angriff, der die katholische Pfarrei „Heilige Familie“ in Gaza-Stadt getroffen hat. Der Geschäftsführer von KIRCHE IN NOT Deutschland, Florian Ripka, äußerte sich zu dem jüngsten Vorfall:

 

„Wir sind tief traurig und geschockt. Erneut wurde ein ziviles Ziel in Mitleidenschaft gezogen. Über 500 Menschen harren in den Räumen der einzigen katholischen Pfarrei in Gaza aus. Sie ist seit Beginn des Krieges vor eineinhalb Jahren ein Ort der Zuflucht für unschuldige Menschen geworden, darunter Frauen, Kinder und ältere Menschen. Sie alle leiden unter dem Hamas-Terror und unter dem Krieg.

Schäden an der Pfarrkirche „Heilige Familie“ in Gaza-Stadt nach dem jüngsten Angriff. © Lateinisches Patriarchat von Jerusalem
Pater Gabriel Romanelli feiert die heilige Messe in der Pfarrkirche „Heilige Familie“ in Gaza-Stadt. © Pfarrei Heilige Familie
Pfarrer Gabriel Romanelli, der gestern ebenfalls verletzt wurde, ist mit seinen Helfern ein Motor der Nächstenliebe und der humanitären Hilfe geworden. Es ist unbegreiflich, dass diese unschuldigen Menschen Opfer eines Militärschlags werden konnten.

 

Diese Tragödie muss endlich aufhören. So hat es auch der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Pierbattista Kardinal Pizzaballa mehrfach gefordert. Wir sind mit ihm und seinen Mitarbeitern in enger Abstimmung, um die Hilfe für Gaza und die anderen Teile des Heiligen Landes zu koordinieren. Auch im Westjordanland erleben wir, wie die Christen immer mehr unter Druck geraten. Die Hilfe muss gerade jetzt umso entschiedener weitergehen.

Eine ältere Frau, die in der Pfarrei in Gaza Zuflucht gefunden hat (Archivbild). © Lateinisches Patriarchat von Jerusalem
Schulklasse in Gaza (Foto: Pfarrei Heilige Familie).
Wir beten um schnelle Genesung für die Verletzten, Trost für die Hinterbliebenen und alle Menschen in der Pfarrei, die schon so lange in Angst leben. Wir rufen alle Menschen auf, gerade auch die Christen im Heiligen Land zu unterstützen. Denn sie haben kaum Fürsprecher in dieser schlimmen Situation.“

 

Pfarrei wurde schon zum zweiten Mal getroffen

 

Wie das Lateinische Patriarchat von Jerusalem meldet, wurden bei dem Angriff vom Donnerstag Kirche und Gebäude der Pfarrei in Gaza-Stadt beschädigt. Zeugen sprachen von der Explosion einer Granate oder vom Beschuss durch einen Panzer. „Vatican News“ teilte mit, dass es sich bei den Toten um den 60-jährigen Hausmeister der Pfarrei, eine 84-jährige Frau und eine weitere 70-Jährige handle. Das israelische Militär gab mehreren Medien zufolge an, es habe sich um ein Versehen gehandelt, es würden keine kirchlichen Ziele ins Visier genommen. Die Verantwortlichen kündigten eine Untersuchung an. Schon im Dezember 2023 waren zwei Frauen, die auf dem Kirchengelände Schutz gesucht hatten, von Scharfschützen erschossen worden.

Florian Ripka, Geschäftsführer von KIRCHE IN NOT Deutschland. © blende 11
KIRCHE IN NOT war erst wenige Tage vor dem jüngsten Angriff in Kontakt mit Pater Gabriel Romanelli, dem Pfarrer in Gaza-Stadt. Er hat die Situation „als sehr ernst bezeichnet“ und erklärt: „Die Bombardierungen gehen weiter. Ein weiterer Tag des Krieges erschwert weiterhin das Leben von hunderttausenden Menschen. Wir bitten Sie, uns weiterhin zu helfen. Setzen Sie sich mit allen Mitteln für Frieden und Gerechtigkeit ein, und helfen Sie auch diesen armen Menschen.“

Jetzt konkret helfen!

Florian Ripka über Angriff auf katholische Pfarrei in Gaza: Diese Tragödie muss endlich aufhören!

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