Der Überfall ereignete sich nach Angaben der Diözese Auchi am 10. Juli. Bewaffnete hätten am frühen Abend das Internat in der Ortschaft Ivhianokpodi überfallen, teilte das Bistum gegenüber KIRCHE IN NOT mit. Dabei sei ein Sicherheitsmann erschossen und drei Schüler seien entführt worden; bislang habe es keinen Kontakt zu ihnen gegeben. Die übrigen Seminaristen und Lehrer hätten sich in Sicherheit bringen können. Zu Schäden äußerte sich die Diözese in der Erklärung nicht.
Während im Norden des Landes die Terrorgruppe „Boko Haram“ aktiv sei, gingen im Zentrum und im Süden des Landes zahlreiche Überfälle auf das Konto von Extremisten aus dem Nomadenvolk der Fulani. „Diese richten sich gezielt vornehmlich gegen christliche Dörfer und Einrichtungen, was eindeutig auf einen religiös motivierten Hintergrund hindeutet“, betonte Ripka. Kriminelle Banden trieben zwar in zahlreichen Regionen Nigerias ihr Unwesen. In keinem anderen Land der Welt würden jedoch aktuell mehr Geistliche und Ordensleute verschleppt.
Erst im März 2025 sind ein Priester und ein Seminarist aus dem Bistum Auchi entführt worden. Der Geistliche kam nach einigen Tagen frei, der 21-jährige Seminarist wurde getötet. In den vergangenen zehn Jahren sind nach Angaben des Bistums sechs Priester entführt, gefoltert und aber wieder freigelassen worden, drei wurden angegriffen, konnten aber entkommen, ein Priester und ein Seminarist wurden ermordet.
„Gefordert ist aber auch die Politik in Deutschland und Europa: Nigeria ist ein wichtiger Wirtschaftspartner in Afrika. Hier besteht auch die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen, damit der nigerianische Staat mehr für die Sicherheit der Christen und anderer Gruppen tut; das kommt zwar voran, aber viel zu langsam“, sagte Ripka.
Nigeria, das bevölkerungsreichste Land Afrikas, zählt ungefähr je zur Hälfte Christen und Muslime. Während im Norden die Muslime in der Mehrheit sind, ist der Süden überwiegend christlich geprägt.
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